Vorbereitungskurs abgeschlossen und Beauftragung für das Ehrenamt

Musste der Start des Vorbereitungskurses aufgrund der Pandemie verschoben werden, so konnten sich dann ab April elf Frauen und ein Mann ganz regelmäßig im Kurs treffen und sich auf die ehrenamtliche psycho-soziale Begleitung schwerstkranker und sterbender Menschen sowie derer Angehörigen vorbereiten. Die Fragestellung „Wer bist du?“ zog sich wie ein roter Faden durch die Kurstermine. Selbstreflektion bezogen auf bereits selbst erlebte Abschiede als auch die Auseinandersetzung mit der eigenen Endlichkeit wechselten sich mit Fachthemen zu den besonderen Situationen sterbender Menschen sowie deren An- und Zugehörigen ab. Ein besonderer Wert liegt dabei stets auf der Wahrnehmung und Kommunikation, die im Kurs eingeübt und sich dann zukünftig in den Sterbebegleitungseinsätzen fortsetzen wird. Was braucht ein sterbender Mensch noch? Und was auch nicht mehr? Und wer weiß bzw. bestimmt eigentlich, was geschieht und wie die Begleitung hilfreich sein kann? Die 12 Teilnehmenden konnten immer wieder bisherige Meinungen überprüfen und neue Gedankenimpulse verinnerlichen.

Da der Kurs dennoch zum ursprünglich geplanten Zeitpunkt abgeschlossen werden sollte, waren die Termine wahrlich dicht getaktet, und so gebührt den Teilnehmenden hoher Respekt, dass sie sich dem gestellt haben. Zugleich war es fast jede Woche ein wirklicher Höhepunkt, sich zu treffen, da ansonsten die Pandemie die Kontaktbeschränkungen noch sehr lange Zeit nahelegte. Der ganze Kurs, nebst Kursleitung sind der Gemeinde Murr, sowie den beiden Ev. Kirchengemeinden Murr und Steinheim sehr dankbar, dass die Erlaubnis, den Kurs in Präsenz durchzuführen erteilt und die Gemeindehäuser für die Treffen geöffnet wurden.

Am 10. Juli fand der Abschluss des Kurses statt.

Gleich am Sonntag, 11. Juli schloss sich im Gottesdienst in Erdmannhausen auf der Pfarrwiese die Beauftragung der neuen Ehrenamtlichen in ihre Aufgabe an. In einem bewegenden Gottesdienst, für den die Ehrenamtlichen das Thema „Zeit“ gewählt hatten, durfte die Gemeinde kurze Statements der Teilnehmenden hören. Eine der vielleicht wichtigsten Aussagen formulierte eine Teilnehmende so: „Im Vorbereitungskurs wurde mir bewusst, dass Sterben eine Zeit des und im LEBEN ist.“ Frau Pfarrerin Annegret Weigl, die diesen Gottesdienst hielt, würdigte auch die Ehrenamtlichen der schon seit 23 Jahren bestehenden Hospizgruppe Steinheim-Murr-Erdmannhausen.

Dieser Gottesdienst war der Übergang von der Vorbereitung im Kurs nun in das ehrenamtliche Tun.

Zehn der Kursteilnehmenden verstärken nun die bestehende Gruppe Steinheim-Murr-Erdmannhausen, so dass diese nun von 17 Ehrenamtliche gestaltet und getragen wird, zwei Kursteilnehmende werden sich in zwei andere Hospizgruppen im Landkreis anschließen.

So traf sich die neu zusammengesetzte Hospizgruppe Steinheim-Murr-Erdmannhausen gleich am 15. Juli, um ein gegenseitiges Kennenlernen zu ermöglichen. Bei diesem Gruppenabend wurde Herr Helmut Brosi, der die Gruppe über viele Jahre mit geprägt und zuletzt geleitet hatte, auf seinen eigenen Wunsch hin verabschiedet. Wir alle danken Herrn Brosi ganz herzlich für alles, was er in diesen Jahren an Zeit, Kraft und mit seiner besonders feinen Art eingebracht und geschenkt hat.

Sabine Horn